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Der ehemalige Adel – Vermögen, ambivalente Rollen, politischer und wirtschaftlicher Einfluss

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Die Klärung der Frage, ob und in welcher Form Mitglieder der ehemals regierenden Adelshäuser dem Nationalsozialismus Vorschub geleistet haben, ist bis heute von zentraler Bedeutung für die gesamtgesellschaftliche Debatte über die Rolle des Adels in Deutschland nach der Revolution von 1918, in der Weimarer Republik, im faschistischen Deutschland bis 1945, nach der Gründung der DDR und der Bundesrepublik Deutschland und nach der Wiedervereinigung.

Die Nachfahren des Hohenzollern-Kaisers fordern heute Wohnrechte in alten Schlössern.

Die Nachfahren des hannoverschen Königs fordern finanzielle Zuschüsse von Land und Bund für den alten Familiensitz.

Sind diese Nachfahren wirklich so verarmt oder liegt das Geld heute in Steueroasen wie Liechtenstein, Jersey oder auf den Virgin Islands?

Gibt es nur noch alte Schlösser, Wälder und Ländereien oder existieren auch noch größere Fonds- und Firmenanteile bei Hedgefonds oder anderen Finanzjongleuren?

Welcher Teil der Vermögen stammt aus der so genannten „Arisierung“ von Firmen, Häusern und Kunstwerken?

Welche historischen Verbindungen gab es in die Politik und wie hat sich dieser Einfluss bis in die Gegenwart entwickelt?

Mit den FragesteIlungen zum Verbleib der ‚arisierten‘ Vermögen könnte die Aufarbeitung der Rolle von einigen ausgewählten Mitgliedern der ehemaligen Adelshäuser, die heute in rechtsextremen Parteien oder Gruppen aktiv sind, vielleicht auch erhellende Beiträge liefern zu der aktuellen Auseinandersetzung über die Ursachen und Hintergründe des Erstarkens rechtsextremer politischer Strömungen, Gruppierungen und Parteien sowie des erneuten Aufkeimens des Antisemitismus in Deutschland.

Die Aufarbeitung der historischen Quellen ist bis heute eine Herausforderung. Die Historikerin Karina Urbach spricht in ihrem Buch „Hitlers heimliche Helfer“ (2019) sogar von manipulativer Geschichtspolitik, weil viele Archive bis heute verschlossen sind. Die Nachfahren der Hohenzollern überziehen Journalisten und Wissenschaftler derzeit mit Unterlassungsklagen.

Diese Website soll durch Zusammenstellung von parlamentarischen, journalistischen und wissenschaftlichen Textbeiträgen insbesondere zu den Bereichen Vermögen/Besitz und politischer Einflussnahme des ehemaligen Adels und ihren Nachfahren informieren.

Rückmeldungen sind willkommen.

Stefan Wenzel, MdL
Niedersächsischer Landtag
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen